Wie empfinden Sie Könige, hochrangige Politiker und Vorstände, wenn Sie sie beim Gehen beobachten? Würdevoll? Hoheitsvoll? Souverän? Trauen Sie ihnen viel zu?
Es gab mal ein Experiment, das in einem Büro stattfand:
Verschiedene Menschen liefen in unterschiedlichem Tempo von einem Platz zum nächsten und erledigten etwas. Die Beobachter sollten nun erraten, welche Positionen die jeweiligen Personen hätten. Eine davon lief ziemlich hektisch durchs Büro; eine andere ging zügig aber bestimmt und eine dritte Person schritt hoheitsvoll durch den Raum und erledigte alles ruhiger und bedachtsamer als die anderen.
Was glauben Sie, wie war die Einschätzung? Wer wurde welcher Hierachie-Ebene zugeordnet?
Ergebnis:
Die hektische Person wurden von den meisten im Bereich „Arbeiter/untere Mitarbeiterebene“ vermutet, die zügig gehende schätzte man als Vorgesetzte ein und die souverän schreitende auf der Ebene der Geschäftsführung oder im Vorstand.
Das Tempo der Gehenden war ausschlaggebend für diese Einschätzung.
Wie wir aufgrund unseres Ganges auf andere wirken, ist eine Sache. Was unser Gehen und unsere Haltung mit uns selbst macht, ist eine andere. Entspanntes Gehen ist natürlich viel gesünder als Hektik:
Hach, was freuen sich Geist und Körper über einen gemütlichen Gang!
Endlich etwas mehr Zeit, die Umgebung wahrzunehmen. Und für die Koordination bleibt dem Korpus jetzt auch ausreichend Zeit. Der Gleichgewichtssinn kann entspannt arbeiten, die Füße werden besser aufgesetzt und abgerollt. Die Hüfte ist entzückt und die Beine bewegen sich gleich viel geschmeidiger. Dem gesamten Bewegungsapparat tut es gut, sich locker fortzubewegen.
Der Rücken fühlt sich in königlicher Aufrichtung, die Selbstsicherheit steigt und bringt uns dazu, uns besser zu fühlen, zu wachsen und souverän zu lächeln. Die Schultern machen locker jede Bewegung mit und der Nacken wippt bei jedem Schritt etwas. Nun lässt es sich gleich viel besser atmen, vor allem auch tiefer.
Das bringt die inneren Organe, insbesondere im Bauchbereich, zum Juchzen: Endlich mal wieder mehr Bewegung da drinnen! Denn mit der richtigen Atmung entstehen viele kleine Massagen, rund 25.000 Stück pro Tag (ein normaler Mensch macht pro Minute 16 – 20 Atemzüge). Über mehr Sauerstoff freuen sich auch Lunge, Herz und Hirn. Wir fühlen uns gleich viel munterer und energischer.
Na, fühlen Sie sich auch angesprochen?
Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare?
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