Situation erkennen – Lösung finden

Manchmal werden die Bedürfnisse, die ein Burnout verursachen können, unterdrückt und sind sogar vor einem selbst verborgen, weil sie

  • nicht in das eigene Selbstbild passen (gute Mutter, Familie geht vor)
  • der Verursacher aggressiv darauf reagieren könnte (Vorgesetzte/r, Partner/in)
  • sie in der Gesellschaft nicht ausreichend anerkannt sind (Homosexualität, Rassismus)
  • oder sie andere Personen in eine Zwickmühle bringen könnten (bei Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten)


In solchen Situationen kann es helfen, mit einer befreundeten Person – oder besser noch – mit Coaches oder Psychologen*Innen die folgenden Fragen zu klären:

1) Situation erkennen

  • Wenn Du Wünsche frei hättest, welche wären es?
    (Ziel: sich der Situation überhaupt erst einmal sanft zu nähern, wenn der/die Betroffene dies nicht mehr klar benennen kann)
  • Welche Situation stört Dich am meisten?
  • Was genau stört Dich daran?
  • Was möchtest Du stattdessen am liebsten? 

2) Verursacher identifizieren

  • Wer hat einen Anteil daran, dass Du Deine Bedürfnisse nicht leben kannst? oder
  • Wen Du Dich in Deiner Zwickmühle hin- und hergerissen fühlst, wer zieht Dich in eine Richtung, die Du nicht möchtest?
  • Was möchtest Du der Person am liebsten sagen?

3) Dramatik erspüren

  • Was hindert Dich daran?
    Was wäre so schlimm daran, es zu sagen?
    Was könnte passieren?
  • Inwiefern wäre das schlimm?
    Und was wäre noch schlimm daran?
    (Manchmal verbirgt sich hinter einem vorgeschobenen Hindernisgrund ein anderer, der unterdrückt ist)

4) Lösung finden

  • Was würde Jemand, den Du bewunderst (Kollege*in, Vorbild, Filmheld*in, Superman/women,…) , in einer solchen Situation machen/sagen?
  • Könntest Du etwas davon lernen/ähnlich agieren?
  • Wenn nicht, was wäre eine Alternative?

All diese Fragen dienen dazu, das Problem klar zu erkennen. Oftmals hilft dies schon, wenn die Situation noch nicht zu lange besteht oder sie nicht zu intensiv ist.

Ansonsten empfehle ich eine/n Coach*In oder eine/n Psychotherapeut*In aufzusuchen.

Bei Coaches ist es möglich, zügiger einen Termin zu bekommen und schneller eine Lösung zu erarbeiten. Die Kosten dafür müssen allerdings selbst getragen werden (was es wert ist, sofern man die finanziellen Möglichkeiten hat).
Bei Psychotherapeuten taucht man tiefer in die eigenen Psychologie ein, wird länger betreut und bekommt die Therapie oftmals von der Krankenkasse bezahlt.

Mein Tipp: Auf diesen Seiten der Resilienz-Akademie sind weitere sehr interessante Tipps zu finden:

https://www.resilienz-akademie.com/emotionale-dissonanz/

2 Kommentare

  1. nebeltante sagt:

    Gefällt mir sehr gut!
    Ich habe nicht erkannt, dass ich in einer Zwickmühle stecke. Erst mit Therapie und Abstand war es glasklar! Ich habe mich selber nicht mehr gespürt und damit nicht gemerkt, dass ich unglücklich war. Ich habe meinen Chef auch noch entschuldigt in seinen Aussagen und Entscheidungen. Ich saß zwischen allen Stühlen und konnte durch hohes Arbeitspensum nicht mehr ausgleichen zwischen GF und Belegschaft vermitteln.
    ich hatte „versagt“. ich will immer, dass es allen gut geht. Das ist eh eine unlösbare Aufgabe – und dabei hab ich auch noch komplett vergessen, dass es mir doch auch gut gehen sollte.
    Schon irre!

    Gefällt 1 Person

    1. mcandelaschuetz sagt:

      Hallo nebeltante,
      es freut mich, dass es Ihnen/Dir gefällt. Auch die Erklärung gefällt mir. So ähnlich ergeht es vielen Menschen und ich hoffe, dass dieser Artikel vorbeugend helfen kann, Situationen klarer zu sehen und ein bevorstehendes Burnout zu verhindern.

      Like

Hinterlasse eine Antwort zu nebeltante Antwort abbrechen